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HORST CLAUS RECKTENWALD
Horst Claus Recktenwald wurde am 25. Januar 1920 in Spiesen/Saar geboren. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und seiner Habilitation an der Universität Mainz wurde er nach Darmstadt und Freiburg und schließlich 1963 als Professor für Volkswirtschaftslehre an die Universität Erlangen-Nürnberg berufen. Dort lehrte und forschte er bis zu seinem Tode. Von 1978 bis 1981 war er Präsident und seit 1982 Ehrenpräsident des Institut International de Finances Publiques (IIPF). 1983 wurde er in die Leibniz-Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz gewählt. Er war Mitglied der wichtigen nationalen und internationalen Gesellschaften seines Faches, gehörte verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten der Bundesregierung an und wirkte beim Aufbau neuer bayerischer Universitäten mit.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er verstarb am 28. April 1990.

Recktenwald war Verfasser zahlreicher Bücher und wissenschaftlicher Abhandlungen sowie Herausgeber und Mitherausgeber nationaler und internationaler wissenschaftlicher Zeitschriften, so des Journal of Public Economics und der Public Finance Quarterly. Als klassisch gebildeter Ökonom zählte die Ordnungstheorie und -politik mit ihren dogmenhistorischen Wurzeln zu einem Schwerpunkt seiner Forschungen. Hierzu gehörte die Analyse des Gesamtwerkes von Adam Smith einschließlich seiner fundierten Übersetzung des Wealth of Nations, aber auch die von Recktenwald begründete Faksimile-Edition der "Klassiker der Nationalökonomie", an deren Kommentarbänden führende Wissenschaftler mitwirkten. Die weiteren Forschungsfelder betrafen die Theorie und Politik der öffentlichen Wirtschaft. mit ihren vielfältigen Beziehungen zur Marktwirtschaft. Seine theoretischen und empirischen Arbeiten befassten sich mit Umfang, Struktur und Wirkungen öffentlicher Einnahmen und Ausgaben, wobei deren Effizienz und Verteilung im Vordergrund des akademischen und praxisbezogenen Interesses standen. Publikationen zur Nutzen-Kosten Analyse, zur Theorie der öffentlichen Verschwendung oder zu Wohlfahrtsverlusten des öffentlichen Einnahmesystems sind hier ebenso zu nennen wie sein Buch Tax Incidence and Income Redistribution, das in vier Sprachen übersetzt wurde.

H.C. Recktenwald hat in seinen Forschungen stets versucht, historische Entwicklungen und Tradition mit wirklichkeitsnaher, lebendiger Wissenschaft zu verknüpfen und Ergebnisse der formalen Theorie immer auch an der Realität zu messen, um zu validen Erkenntnissen zu gelangen.